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Freitag 6. Juni 2017

WIE?! - Wiesbadener Improvisationsensemble

Dirk Marwedel, erweitertes Saxophon
Ulrich Phillipp, Kontrabass
Wolfgang Schliemann, Schlagzeug

sowie

Friedhelm Pottel, E-Gitarre


20h im Lokal Harmonie, Harmoniestrasse 41, 47119 Duisburg-Ruhrort, Einlass 19h30
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Wenn es etwas gibt, was auf dem weiten Feld der Improvisierten Musik selten vorkommt, ist das eine langlebige Band. Ein Exemplar dieser raren Spezies ist das Wiesbadener Improvisationsensemble. In drei Jahrzehnten gemeinsamer Spielerfahrung hat es ein hochgradig nuanciertes und präzises Zusammenspiel mit einem außerordentlichen Reichtum an Klangmaterial entwickelt. Mit immer wieder neuen Spieltechniken und überraschenden Wendungen hat das Trio zugleich an Risikobereitschaft und Spielfreude nichts eingebüßt. Gegenwärtige Musik mit einer langen Geschichte.

Seit 1985 arbeitet Dirk Marwedel im Bereich der Improvisierten Musik und angrenzender musikalischer Konzepte sowie in interdisziplinären Projekten mit Performance, Klanginstallation, Film, Tanz, Theater, Skulptur und Malerei. Im kontinuierlichen Zusammenspiel mit verschiedenen Gruppen wie auch solistisch hat er Tonbildungstechniken und Präparationen entwickelt, mit denen er die Grenzen gewohnter Begriffe vom Klangspektrum des Saxophons mit Leichtigkeit überschreitet und Hörgewohnheiten irritiert. Der permanente Prozess der Material- und Klang-erweiterung kann dabei auch ganz über das Ausgangsinstrument hinaus zum Spiel auf Schläuchen, Ballonen, mit Wasser oder anderen Klangkörpern führen.

Kontrabass- und Elektronik-Spieler Ulrich Phillipp ist einer der Gründer der Wiesbadener Musikercooperative New Jazz (1979), aus der 1983 das ARTist-Kollektiv hervorging. Er legt Wert auf langjährige Zusammenarbeit wie auch auf die AdHoc-Situation. Neben seine Konzerttätigkeit trat die Einbeziehung anderer Genres, etwa die Tanzimprovisation, wo er mit Fine Kwiatkowski, Günther Christmann, Erhard Hirt und anderen auftrat. Er arbeitete mit Birgit Ulmer und Roger Turner zusammen, ist Mitglied der Gruppe Maxwells Dämon, des Ensemble X, spielte lange mit dem Ensemble Zeitkratzer und war 2013 an dessen Grand Orchestra beteiligt.

Wolfgang Schliemann hat im weiten Feld des zeitgenössischen Musikschaffens eine Position eingenommen, die ebenso spezialisiert wie vielseitig ist. Als Perkussionist und Performer betreibt er die Kunst des Schlagzeugspiels als fortgesetztes Projekt erweiterter Möglichkeiten. Seine radikale Spielauffassung (alles, was klingt, kann auch Musik werden) schlägt sich in der Praxis vorwiegend freier Improvisation nieder. Demgegenüber stehen Konzepte für Klangkunstarbeit unterschiedlicher Präsentationsformen – Aufführungen wie Installationen – mit einem sich ständig verändernden und wachsenden Fundus von Instrumenten und Klangobjekten. Neben Solistischem und der Mitgliedschaft in diversen Ensembles Improvisierter Musik gehört die Mitwirkung an medienübergreifenden, raumbezogenen und synästhetisch ausgerichteten Projekten – bevorzugt im Kontext von Tanz, aber auch von bildenden und anderen Künsten – seit vielen Jahren zu seinen Aktivitäten.

Friedhelm Pottel spielt elektrische Gitarre in diversen musikalischen Kontexten wie z.B. Jazz oder Funk. Dabei stehen bis heute unverändert immer Improvisation und Interaktion mit anderen Musikern sowie dem akustischen Umfeld im Fokus seines Interesses. Seit ca. 2011 öffnet er sich der Frei Improvisierten Musik und entwickelt seither sein akustisches Vokabular. Er greift Techniken und Verfahrensweisen der bisher praktizierten Musikstile auf und erweitert sie um die Erzeugung von Klangereignissen durch die unkonventionelle Verwendung der Gitarre, der Verformung des Sounds durch elektronische Effekte und durch die Einwirkung auf die Gitarre durch diverse Hilfsmittel. Die dabei entstehenden Klänge formen über langsame, konzentrierte Prozesse musikalische Strukturen, die sich zumeist jenseits konventioneller Rhythmik und Tonbewegungen befinden.
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