Trojasprossen
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Friedhelm Pottel, E-Gitarre
Philippe Micol, Sopran- und Tenorsaxophon



Die freie Seite des Klangraumes
Friedhelm Pottel und Philippe Micol bewegen sich mit ihrem neuen Programm auf der offenen Seite des musikalischen Raumes: frei und strukturiert, unstrukturiert gebunden, erwartet improvisiert, unerwartet komponiert, bedacht unabsehbar und absehbar unbedacht. Ihr Ansatz bleibt immer dicht an den Wurzeln der Formen, der klanglichen Vorgänge und des Zusammenspiels.

Das aktuelle Programm verbindet Geräuschmusik und Tonhöhenmusik, es ist durchgehend strukturiert und nach formalen Aspekten zusammengestellt, es ist zugleich von Improvisation durchdrungen und weist in seinen Formteilen unterschiedliche Improvisationsansätze auf. Es baut auf Kompositionen und Improvisationsstudien von Philippe Micol sowie gemeinsamen Konzepten.

Die Hörerinnen und Hörer sind eingeladen zu einer substanzvollen langen Weile und können mitverfolgen, wie sich dieses Duo der Absichten seinen musikalischen Weg bahnt.
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Bild: Ernst Lukaszczyk
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Bisherige Projekte:



Jazzstücke und Freie Improvisation haben ihre jeweils eigenen Regeln. Gleichzeitig das eine und das andere zu machen geht nicht. Trojasprossen bauen auf der gemeinsamen Erkenntnis, dass nur eine Sache aufs Mal gut gemacht werden kann. Aber auch auf dem Gemeinsamen: die Methode der Improvisation, die das Unerwartete ins Spiel bringt.

In diesem Programm präsentieren sie eine Reihe von Hörstrecken - Jazz-Stücke, andere Stücke, Konzepte, Improvisationen. Eine Folge von Stationen, Zwischenhalten auf dem Weg vom einen Pol zum anderen. Jede dieser Stationen hat ihre eigene Form, die verschieden gewichtetete Anteile beider Pole enthält. Das verleiht ihnen Identität und Spielbarkeit. Friedhelm Pottel und Philippe Micol sind in diesem Programm die Verbindung zweier Musikwelten, die sich üblicherweise auf scharf getrennten Wegen bewegen.

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Bilder: Ernst Lukaszczyk
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Friedhelm Pottel und Philippe Micol haben sehr unterschiedliche Wege in der Musik beschritten. Das Interesse an dem, was der andere mitbringt, zeichnet ihre Begegnung aus. Erste Früchte ihrer Zusammenarbeit entstanden im jazz-orientierten Troja-Quartett. Im Duo Trojasprossen suchen sie den Nährboden für ihre Musik im freien Raum zwischen Jazz und Improvisierter Musik.

Friedhelm Pottel - ursprünglich aus Krefeld - begann als Teenager Elektrische Gitarre zu spielen, trotz des Musikunterrichts in der Schule! Nach tiefen Erfahrungen im Blues suchte Pottel später andere Vulkane zum Tanzen: es folgte die Hinwendung zu Stilen, wie Jazz und Funk (u.a. mit Ecole du Funk) und die Mitwirkung auf den Produktionen befreundeter Musiker. Dabei steht immer die Improvisation und die Interaktion mit anderen Musikern, aber auch dem akustischen Umfeld im Focus seines Interesses. Pottel bezieht neben vielfältigen Spieltechniken aus Jazz (u.a. Tonmaterial, Clusterchords) und Blues (Bendings, Slides), die er ohne Genregrenzen vermischt auch die Bandbreite der elektrischen Verstärkung subtil ins Spiel ein. In jüngster Zeit vollzieht er einen Prozess der Öffnung zu konzeptuellen und freien Formen der Klanglichkeit und der Improvisation im vorliegenden Duo und auch mit seinem Ensemble "Märztrio" mit Akemi Kobayashi (Klavier und Analog-Synthesizer) und Holger Klaus (Violine und Elektronik).
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Zeichnung: Friederike Huft
Überraschungsjazz, Überraschungsjazz,
di di di dudeldi di di
tu tu tu tütelti tütü
Überraschungsjazz, Überraschungsjazz,
der olle Jeck vom Niederrhein drischt auf die Gitarre ein,
di di di dudeldi di di
der nette Mann aus dem Kanton bläst feurig in sein Saxophon
tu tu tu tütelti tütü
alles groovt und swingt und wackelt,
beim Improvisieren wird nicht gefackelt,
- Schöööön, bravo, Applaus, Applaus
Freigeister freuen sich, Bausparer scheuen sich
Überraschungsjazz, Überraschungsjazz,
di di di dudeldi di di
tu tu tu tütelti tütü.
Und alle gehen hin !
Philippe Micol, Großimprovisator und Holzbläser,
Friedhelm Pottel, schlaue Eminenz und heimlicher Saitenzieher.
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